Drei Standards, drei Einsatzbereiche
In der modernen Gebäudeautomation begegnen Ihnen regelmäßig drei Protokollfamilien: KNX, BACnet und Modbus. Alle drei sind offen, etabliert und weit verbreitet. Sie wurden aber für unterschiedliche Aufgaben entwickelt.
KNX: der Standard für die Elektroinstallation
KNX ist auf der Feldebene zuhause: direkte Verdrahtung von Sensoren und Aktoren, dezentrale Intelligenz, keine Abhängigkeit von einem zentralen Controller. Es eignet sich für Beleuchtung, Beschattung sowie Heizung und Klima im Wohn- und Gewerbebau. Die Schwäche: Das Datenmodell ist historisch begrenzt, die native Netzwerkintegration gering.
BACnet: der Standard für GLT und HLK
BACnet (Building Automation and Control Networks) ist der bevorzugte Standard für Gebäudeleittechnik (GLT) und HLK-Anlagen. Das Datenmodell ist deutlich mächtiger als bei KNX, und die IP-Kommunikation (BACnet/IP) ist weit verbreitet. Typische BACnet-Geräte sind Raumcontroller, DDC-Regler, Kältemaschinen und Lüftungsanlagen.
Modbus: der Industrie-Klassiker
Modbus TCP/RTU ist der älteste der drei Standards und in Industrie und Energiebereich allgegenwärtig. Zähler, Wechselrichter, USV-Anlagen und Kältekompressoren haben fast immer einen Modbus-Anschluss. Es gibt kein komplexes Datenmodell, dafür maximale Kompatibilität. Für Energiemonitoring ist Modbus oft die erste Wahl.
Entscheidungshilfe
| Situation | Naheliegende Wahl |
|---|---|
| Neubau Büro, Schule oder Wohnhaus | KNX (Feldebene) und BACnet (GLT) |
| Industriehalle, Energiemonitoring | Modbus TCP und SPS |
| Bestand sanieren | Protokollanalyse vor Ort nötig |
| Mehrere Standorte vernetzen | übergeordnete Leitebene |
In der Praxis werden die Protokolle kombiniert: KNX auf Feldebene, BACnet zur GLT-Anbindung, Modbus für Energiezähler und Sondergeräte. Die Herausforderung liegt in der Gateway-Programmierung und der Harmonisierung der Datenpunkte. Genau das gehört zu unserer täglichen Arbeit, mehr dazu bei der SPS-Programmierung.
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